Seit 1939 – die Marke, aus der Breitling wurde.

  • Schweizer Marke seit 1939
  • 400 Meter wasserdicht
  • Sellita SW200
  • Sechseckgehäuse wie 1970
  • Ein Modell, drei Farben

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Die Marke, aus der Breitling wurde

Manche Uhrenfirmen verschwinden. Diese hier wurde nur umbenannt. Was 1939 in Grenchen als Sicura anfing, hieß ab 1993 Breitling AG – dieselbe Firma, dieselben Hallen, neuer Name.

Sicura war der Unterbau, auf dem eine Weltmarke weitergebaut wurde. Danach war der Name 33 Jahre lang kein Thema mehr. Seit 2026 gibt es ihn wieder: eine Marke, eine Uhr, sechs Kanten, vierhundert Meter.

Mehr zu SICURA auf watchdavid.de Sicura Hexa 400 im Video

Grenchen, 1939: eine Fabrik ohne Legende

Grenchen, 1939: eine Fabrik ohne Legende

Sicura entsteht 1939 in Grenchen, dem Uhrenort im Kanton Solothurn, in dem auch Eterna, Breitling und Dutzende Zulieferer sitzen. Keine Manufaktur mit Marmorfoyer, sondern ein Betrieb, der bezahlbare, robuste Uhren in Serie baut.

Genau darin liegt die Stärke, die später entscheidend wird: Sicura hat Kapazität, Werkzeuge und Vertrieb. Dinge, die man nicht eben kaufen kann, wenn man sie plötzlich braucht.

Der Mann, dem Funktion wichtiger war als Folklore

Der Mann, dem Funktion wichtiger war als Folklore

Anfang der 1960er führt Ernest Schneider das Unternehmen. Jahrgang 1921, Elektroingenieur, Major der Schweizer Armee und Pilot. Ihn interessiert Funktion, nicht Folklore.

Unter ihm baut Sicura Uhren, die sonst niemand baut: eine mit eingebauter Wasserwaage, die sich als Alkoholtest benutzen ließ, einen „Smoke Watcher“ gegen zu viele Zigaretten, dazu früh LED-Anzeigen und Solarzellen. Nicht jede dieser Ideen war klug. Aber jede war mutig – und genau diesen Ton sucht die neue Sicura wieder.

  • 1939Gegründet in Grenchen
  • 1979Schneider übernimmt Breitling
  • 1993Aus Montres Sicura AG wird Breitling AG
  • 400mWasserdicht – Hexa 400
  • 40mmGehäuse, sechseckig
  • 2026Rückkehr der Marke
Sechs Kanten statt rund

Sechs Kanten statt rund

Das Gehäuse der Hexa 400 ist ein Sechseck – keine Designidee von 2026, sondern die Form der Sicura SuperWaterproof von rund 1970. 40 Millimeter Durchmesser, 46 Millimeter von Bandanstoß zu Bandanstoß, 14 Millimeter hoch.

Gebürsteter 316L-Stahl mit polierten Fasen: Die Kanten fangen das Licht in geraden Linien, wo ein rundes Gehäuse es weichzeichnet. Diese Uhr erkennt man aus drei Metern Entfernung – das schaffen nicht viele Taucheruhren.

Schwarz, Blau, Orange – und ein Gelb mit Hintergedanken

Schwarz, Blau, Orange – und ein Gelb mit Hintergedanken

Drei Referenzen, drei Zifferblätter: H400.SS.A.40ATM.01.SS in Schwarz, .02.SS in Blau, .03.SS in Orange.

Bei Schwarz und Blau setzt Sicura gelbe Akzente – und das ist kein Zufall. Gelb auf dunklem Grund ist die Signaturfarbe von Breitling: jener Marke, die Sicura-Chef Ernest Schneider 1979 übernahm und deren Name 1993 den der Firma Sicura ersetzte. Das Gelb im Zifferblatt ist der einzige Hinweis, den sich die Marke auf diese Vergangenheit erlaubt.

Zwei Kronen, zwei Skalen

Zwei Kronen, zwei Skalen

Außen eine einseitig drehbare Lünette mit schwarzer Keramikeinlage, 120 Klicks und Super-LumiNova-Skala. Innen eine zweite Skala, die über die zweite Krone gedreht wird – für eine zweite Zeitzone.

Beide Kronen sind verschraubt. Das erklärt die 14 Millimeter Bauhöhe – und es erklärt, warum diese Uhr mehr kann, als eine reine Taucheruhr können muss.

400 Meter – und ein Boden, der das hält

400 Meter – und ein Boden, der das hält

40 bar. Verschraubter Gehäuseboden, verschraubte Kronen, Saphirglas mit Entspiegelung und Anti-Fingerprint-Beschichtung.

Für den Alltag ist das sinnlos übertrieben – und gerade deshalb ein gutes Zeichen. Für 400 Meter müssen Dichtungen, Boden und Glas sauber sitzen. Man kauft nicht die Tiefe. Man kauft die Sorgfalt, die dafür nötig war.

Sellita SW200: bewusst unspektakulär

Sellita SW200: bewusst unspektakulär

Im Inneren arbeitet ein Sellita SW200: Schweizer Automatik, 26 Steine, 28.800 Halbschwingungen pro Stunde, rund 38 Stunden Gangreserve, Datum und Sekundenstopp.

Kein Manufakturkaliber, keine 70-Stunden-Reserve. Dafür ein Werk, das jeder Uhrmacher kennt und für das es überall Teile gibt. Bei einer Marke im ersten Jahr ist das die erwachsene Entscheidung.

Band und Schließe: Tauchverlängerung inklusive

Band und Schließe: Tauchverlängerung inklusive

Dreigliedriges Stahlband, Faltschließe mit zwei Drückern, Sicherheitsbügel, werkzeugfreie Feinverstellung und Tauchverlängerung.

Die Feinverstellung ohne Werkzeug klingt nach einer Kleinigkeit. Sie ist der Unterschied zwischen einer Uhr, die morgens passt, und einer, die abends noch passt.

Meilensteine

  1. 1939

    Sicura entsteht in Grenchen

    Im Uhrenort Grenchen im Kanton Solothurn wird Sicura gegründet: bezahlbare, robuste Schweizer Uhren in Serie.
  2. Anfang 1960er

    Ernest Schneider übernimmt

    Der Elektroingenieur, Armeemajor und Pilot Ernest Schneider führt das Unternehmen. Unter ihm wird Sicura zu einer der eigenwilligsten Uhrenfirmen der Schweiz.
  3. 1960er–70er

    Uhren, die es sonst nicht gab

    Kompressor-Taucher, Chronographen, Springziffern, Kissengehäuse. Sicura baut bezahlbare Sportuhren in Serie – und probiert dabei aus, was sich sonst niemand traut.
  4. 1968

    Super Compressor 400

    Zwei Kronen, dreifarbige 24-Stunden-Innenlünette. Sicura bewirbt die Uhr rund um die Winterspiele von Grenoble – am Handgelenk eines Skirennfahrers.
  5. Ende der 1960er

    Chrono Computer: 47 Millimeter Rechenmaschine

    Handaufzugschronograph mit zwei Innenlünetten und zusätzlichem Rechenschieber außen, Zifferblatt in Blau, Rot und Orange. Sicura baut, was andere für unverkäuflich halten.
  6. um 1970

    Die SuperWaterproof

    Ein sechseckiger Taucher mit zwei Kronen und Innenlünette – die Uhr, auf die sich die heutige Hexa 400 beruft.
  7. Anfang der 1970er

    Die Safari – mit Klappmesser im Gehäuse

    Ein Victorinox-Klappmesser, eingebaut ins Uhrengehäuse. Dazu Automatikwerk und drehbare Taucherlünette. Keine Manufaktur hätte das je gewagt.
  8. 1974

    Globetrotter GMT und Bullhead

    Die eine: 41 Millimeter, zwei Zeitzonenzeiger, 24-Städte-Ring, Pepsi-Lünette. Die andere: Krone und Drücker auf zwölf Uhr, Valjoux 7734, Reverse-Panda-Zifferblatt.
  9. Ende der 1970er

    Die Ironie der Quarzkrise

    Quarz zerlegt die Schweizer Uhrenindustrie. Sicura übersteht es – weil die Firma früh auf Elektronik, Digitalanzeigen und Solarzellen gesetzt hatte, statt sie zu bekämpfen. So kommt es, dass am Ende die günstige Marke die teure kaufen kann.
  10. 1979

    5. April: Schneider und Willy Breitling unterschreiben

    Die Vereinbarung über die Rechte an den Namen Breitling und Navitimer. Die Quarzkrise hat Breitling ausgezehrt; Sicura hat, was fehlt: Produktion, Vertrieb, Mittel.
  11. 1980er

    Grenchen wird Breitlings Zuhause

    Die Breitling-Fertigung zieht in die Sicura-Anlagen. Unter Schneider entstehen Chronomat (1984) und Aerospace (1985).
  12. 1993

    Der Name verschwindet

    Aus der Montres Sicura AG wird die Breitling AG. Die Firma bleibt, der Name Sicura ist weg.
  13. 2015

    Ernest Schneider stirbt mit 94

    Am 5. Mai 2015. Von ihm stammt der Satz, den seine Tochter Valerie später zitierte: „Die Welt gehört denjenigen, die früh anfangen.“
  14. 2017

    Breitling verlässt die Familie

    Die Familie Schneider trennt sich von Breitling; der Finanzinvestor CVC übernimmt.
  15. 2026

    Sicura ist zurück

    Der Name kehrt als eigenständiges Revival-Projekt zurück. Erstes Modell: die Hexa 400.
Was die Hexa 400 richtig macht – und was man vorher wissen sollte

Was die Hexa 400 richtig macht – und was man vorher wissen sollte

Ich hatte alle drei Farben vor der Kamera, und das Erste, was auffällt, ist die Verarbeitung: Kanten sauber gebrochen, Lünette ohne Spiel, Schließe ohne Klappern. Für 1.450 Euro ist das kein Mitläuferniveau.

Zwei Dinge sollte man vorher wissen. Das Sechseck ist Geschmackssache – wer runde Gehäuse mag, wird hier nicht warm. Und 14 Millimeter Bauhöhe sind 14 Millimeter; unter einer engen Manschette merkt man das. Dafür bekommt man ein Werk, das jeder reparieren kann, 400 Meter, die niemand braucht, und eine zweite Zeitzone, die im Alltag mehr bringt als jede Tiefenangabe.

Und man bekommt eine Geschichte, die stimmt. Diese Marke hat es wirklich gegeben, und sie war wirklich wichtig. Dass die heutige Sicura nicht die alte Firma fortsetzt, sondern deren Namen wiederbelebt, ändert daran nichts – man sollte es nur wissen.

Mehr zu SICURA auf watchdavid.de Sicura Hexa 400 im Video

SICURA ist ZURÜCK! Die Marke, die BREITLING rettete?! 3x Sicura Hexa 400 Review

SICURA ist ZURÜCK! Die Marke, die BREITLING rettete?! 3x Sicura Hexa 400 Review

Häufige Fragen zu SICURA

Ist die heutige Sicura dieselbe Firma wie damals?

Nein. Die Montres Sicura AG wurde 1993 in Breitling AG umbenannt – die Firma existiert also weiter, aber als Breitling. Die Sicura von heute ist ein eigenständiges Revival, das den historischen Namen wiederbelebt. Wer eine Hexa 400 kauft, kauft eine neue Marke mit einer echten Geschichte, nicht die Fortsetzung des alten Betriebs.

Was hat Sicura mit Breitling zu tun?

Sicura-Chef Ernest Schneider und Willy Breitling unterzeichneten am 5. April 1979 die Vereinbarung über die Rechte an den Namen Breitling und Navitimer. Breitling war von der Quarzkrise ausgezehrt, Sicura hatte Produktion und Vertrieb. Die Breitling-Fertigung zog nach Grenchen in die Sicura-Anlagen, 1993 wurde aus der Montres Sicura AG die Breitling AG. Die Familie Schneider führte Breitling bis 2017.

Ein weit verbreiteter Irrtum ist, Sicura sei die Billiglinie von Breitling gewesen. Das stimmt nicht, es war umgekehrt: Sicura war die Firma, die Breitling übernahm und den bekannteren Namen weiterführte, während der eigene Name eingestellt wurde.

Interessant für Sammler: Die Werkzeuge und Bauteile der Navitimer gingen damals an eine andere Schweizer Marke, an Ollech & Wajs in Zürich. Den Namen hatte Grenchen, die Teile hatte Zürich. Deshalb liefen die O&W-Chronographen aus diesen Beständen unter dem Namen Aviator.

Welche Sicura-Modelle gab es früher?

Die bekanntesten Sicura stammen aus den späten 1960ern und den 1970ern:

  • SuperWaterproof 400 und Super Compressor 400 (1968) – sechseckige Taucher mit zwei Kronen und Innenlünette. Die Vorlage für die heutige Hexa 400.
  • Chrono Computer (Ende der 1960er) – 47-Millimeter-Chronograph mit zwei Innenlünetten und Rechenschieber.
  • Submarine (Ende der 1960er / Anfang der 1970er) – Taucheruhr mit Tritium-Tropfenindizes und einseitiger Lünette.
  • Safari (Anfang der 1970er) – mit eingebautem Victorinox-Klappmesser.
  • Jump Hour (Mitte der 1970er) – Springstunde im Fenster, Minuten auf einer orangen Skala.
  • Bullhead (um 1974) – Krone und Drücker auf zwölf Uhr, Valjoux 7734, Reverse-Panda-Zifferblatt.
  • Globetrotter GMT (um 1974) – zweite Zeitzone, 24-Städte-Ring, Pepsi-Lünette.

Alle diese Modelle sind Vintage und werden nicht mehr gebaut. Im Programm der heutigen Sicura steht bislang nur die Hexa 400.

Wie groß trägt die Sicura Hexa 400?

40 Millimeter Durchmesser, 46 Millimeter von Bandanstoß zu Bandanstoß, 14 Millimeter hoch. Die 46 Millimeter sind der entscheidende Wert: Damit sitzt die Uhr auch auf schmaleren Handgelenken. Die Bauhöhe merkt man dagegen unter engen Hemdsärmeln.

Welches Uhrwerk steckt in der Sicura Hexa 400?

Ein Sellita SW200: Schweizer Automatikwerk mit 26 Steinen, 28.800 Halbschwingungen pro Stunde, rund 38 Stunden Gangreserve, Datum und Sekundenstopp. Ein Werk, das jeder Uhrmacher kennt und für das es überall Ersatzteile gibt.

Was kostet eine Sicura Hexa 400?

1.450 Euro, für jede der drei Referenzen: Schwarz (H400.SS.A.40ATM.01.SS), Blau (.02.SS) und Orange (.03.SS). Stand September 2026.

Sind 400 Meter bei einer Sicura Taucheruhr nicht übertrieben?

Für den Alltag ja. 40 bar sind weit mehr, als Schwimmen, Schnorcheln oder Sporttauchen verlangen. Der Wert sagt trotzdem etwas aus: Für diese Prüfung müssen verschraubte Kronen, verschraubter Boden und Saphirglas sauber sitzen. Man kauft nicht die Tiefe, man kauft die Dichtigkeit.

Warum ist das Gehäuse der Sicura Hexa 400 sechseckig?

Weil das Vorbild sechseckig war. Die Hexa 400 ist die Neuauflage der Sicura SuperWaterproof von rund 1970 – ein Taucher mit sechseckigem Gehäuse, zwei Kronen und Innenlünette. Die Form ist ein Zitat, keine Laune.

Gibt es einen ausführlichen Test der Sicura Hexa 400?

Ja. Ich habe alle drei Farben fotografiert und getragen. Den Test mit allen Maßen, Detailfotos und Fazit gibt es auf watchdavid.de, das Video dazu auf meinem YouTube-Kanal – beides ist auf dieser Seite verlinkt.